Porsche gewinnt zum siebten Mal belgischen Langstrecken-Klassiker und feiert Doppelsieg
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Porsche gewinnt zum siebten Mal belgischen Langstrecken-Klassiker und feiert Doppelsieg

28. Juli 2019
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© 2019 Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG

Stuttgart. Porsche hat nach einer starken Leistung seiner Teams die 24 Stunden von Spa-Francorchamps gewonnen. Der Porsche 911 GT3 R von GPX Racing mit den beiden aktuellen FIA WEC Sportwagenweltmeistern Kévin Estre (Frankreich) und Michael Christensen (Dänemark) sowie dem Österreicher Richard Lietz beendete den belgischen Langstreckenklassiker nach 363 Runden als Erster und sorgte für Porsches siebten Gesamterfolg beim wichtigsten GT3-Event der Welt. Der über 500 PS starke Neunelfer von Rowe Racing (#998) machte mit Platz zwei den Doppelsieg der Porsche-Kundenteams beim Marathon in den Ardennen perfekt. Fünf der sechs gestarteten Pro-Autos von Porsche beendeten die 71. Auflage der 24 Stunden von Spa-Francorchamps in den Top Ten.

„Der letzte Erfolg liegt neun Jahre zurück. Jetzt wieder als Sieger auf dem Podium zu stehen, ist eine großartige Leistung“, sagt Sebastian Golz, Projektleiter Porsche 911 GT3 R. „Herzlichen Glückwunsch an das Team von GPX Racing und die drei erfolgreichen Piloten, die mit ihrer herausragenden Leistung im Regen den Grundstein für den Erfolg gelegt haben. Die gesamte Mannschaft hat fokussiert gearbeitet und der Porsche 911 GT3 R lief wie das sprichwörtliche Uhrwerk.“

Der Regen spielte beim 24-Stunden-Klassiker in Belgien von Beginn an die Hauptrolle. Am frühen Sonntagmorgen musste das Rennen sogar wegen zu starker Niederschläge für knapp sechs Stunden unterbrochen werden. Doch selbst diese Pause konnte die Siegesfahrt des Porsche 911 GT3 R mit der Startnummer 20 nicht stoppen. Die Besatzung mit Estre, Christensen und Lietz, die durch eine Durchfahrtsstrafe am Abend weit zurückgefallen war, hatte in der Nacht eine beeindruckende Aufholjagd gestartet. Bei Rennabbruch lag das Fahrer-Trio nach fehlerlosen und konstant schnellen Stints im Regen von Spa bereits auf Rang acht und schob sich nach dem Re-Start immer weiter nach vorn. Zwei Stunden vor dem Ende ging der GT3 R mit Kévin Estre am Steuer in Führung, die der Franzose mit profillosen Reifen auf feuchter Fahrbahn souverän bis zum Ende verteidigte. Damit konnte Porsche nach neun Jahren erstmals wieder über einen Sieg beim prestigeträchtigen Langstrecken-klassiker in den Ardennen jubeln.

Der Porsche 911 GT3 R mit der Startnummer 998 von Rowe Racing ging auf der 7,004 Kilometer langen Traditionsstrecke ebenfalls durch Höhen und Tiefen. Auch Patrick Pilet (Frankreich), Frédéric Makowiecki (Frankreich) und Nick Tandy (Großbritannien) hatten nach einer Durchfahrtsstrafe viel Boden verloren und fuhren in der Nacht dank einer starken Regen-Performance wieder an die Spitzengruppe heran. In der letzten Rennphase eroberte Regenspezialist Tandy nach mehreren gekonnten Überholmanövern Rang zwei und machte den Doppelsieg von Porsche perfekt.

Mit drei weiteren Top-Ten-Platzierungen krönten die Porsche-Kundenteams ihren starken und geschlossenen Auftritt bei den 24 Stunden von Spa-Francorchamps. Die Porsche 911 GT3 R von Rowe Racing mit den Startnummern 98 und 99 belegten die Plätze fünf und sieben. Der baugleiche Neunelfer vom KÜS Team75 Bernhard mit der Startnummer 117 wurde Neunter.

Ergebnis
1. Estre/Christensen/Lietz (F/DK/A), Porsche 911 GT3 R, 363 Runden
2. Pilet/Makowiecki/Tandy (F/F/GB), Porsche 911 GT3 R, 363 Runden
3. Engel/Buurman/Stolz (D/NL/D), Mercedes-AMG GT3, 363 Runden
5. Müller/Dumas/Jaminet (D/F/F), Porsche 911 GT3 R, 362 Runden
7. Olsen/Campbell/Werner (N/AUS/D), Porsche 911 GT3 R, 362 Runden
9. Bernhard/Vanthoor/Bamber (D/B/NZ), Porsche 911 GT3 R, 362 Runden

Stimmen zum Rennen

Fritz Enzinger, Leiter Porsche Motorsport: „Herzlichen Glückwunsch an unsere Kundenteams in Spa. Die Leistung der Ingenieure, Strategen, der Boxencrews und der Fahrer hat mich schwer beeindruckt. Alle haben mit unserer Support-Crew aus Weissach bestens zusammengearbeitet. Diesen Sieg haben wir gemeinsam errungen. Und der Porsche 911 hat wieder einmal bewiesen, dass er bei Sportwagenrennen das Auto ist, das es zu schlagen gilt.“

Sebastian Golz, Projektleiter Porsche 911 GT3 R: „Ich bin sprachlos. 24 Stunden lang jagte in Spa eine Herausforderung die andere. Unsere Performance war unter allen Bedingungen stark – vom Qualifying bis zur letzten Rennrunde. Unsere Teams haben das ganze Wochenende über perfekt zusammengearbeitet. Deshalb ist dieser Doppelsieg ein gemeinschaftlicher Erfolg von allen. Der Start ins Rennen war klasse, danach fielen leider unsere bestplatzierten Fahrzeuge nach Strafen zurück, haben sich in der Nacht aber wieder herangekämpft. Danach haben Fahrer und Teams keine Fehler mehr gemacht, die Pace bestimmt und bis zum Schluss gepusht. Der 911 GT3 R hat in Spa eine starke Performance gezeigt. Die Traktion unseres Heckmotorautos war super, alle Piloten haben die gute Fahrbarkeit des neuen GT3 R gelobt. Der 911er war bei allen Bedingungen auf der Strecke das beste Fahrzeug. Hinzu kommt, dass unsere Autos keinerlei technische Probleme hatten.“

Kévin Estre (Porsche 911 GT3 R #20):„Das war wieder einmal ein verrücktes Rennen – typisch Spa eben. Wir mussten unterschiedliche Wetterbedingungen meistern und oft mit Aquaplaning kämpfen. In harten Duellen haben wir uns Position um Position erkämpft. Wir sind mit Slicks im Regen gefahren und mit Regenreifen auf abtrocknender Fahrbahn. In den letzten 30 Minuten des Rennens gab es Gelb- und Safety-Car-Phasen – unser Sieg war wirklich ein hartes Stück Arbeit. Nach dem Abbruch am Morgen waren wir uns aber sicher, dass wir mit unserer Strategie nach vorn kommen können. Ich bin stolz auf unser Team, das erst in diesem Jahr die Zusammenarbeit mit Porsche begonnen hat. Und ich bin stolz, ein Teil davon zu sein.“

Michael Christensen (Porsche 911 GT3 R #20):„Es war ein unglaubliches Rennen. In Spa zu fahren ist immer etwas Besonderes, das Wetter ist meist unberechenbar und der Kampf auf der Strecke ist von Anfang bis zum Schluss extrem hart. Wir haben all diese Dinge als Team gut gemeistert und bis zum Schluss einen tollen Job gemacht.“

Richard Lietz (Porsche 911 GT3 R #20):„Dies ist ein besonderer Sieg, weil unser Team zum ersten Mal ein Pro-Auto eingesetzt hat. Wir sind gut aufgenommen worden und sind jetzt die Glücklichen, die gewonnen haben. Alle waren bestens vorbereitet und das Team hat sich den Sieg verdient.“

Nick Tandy (Porsche 911 GT3 R #998):„Was für ein fantastisches Resultat für Porsche. Das ist das Ergebnis der harten Arbeit, die alle im Team täglich leisten. Ich bin wirklich happy. Wir haben alles gegeben und hatten eine gute Taktik. Am Ende haben wir den Sieg nur ganz knapp verpasst.“

Mathieu Jaminet (Porsche 911 GT3 R #98):„Ich bin stolz auf unsere Teamleistung. Doppelsieg für Porsche und drei GT3 R in den Top Fünf ist einfach klasse. Leider haben wir zu Beginn des Rennens einen Strategiefehler gemacht, der uns Zeit gekostet hat. Auch wenn die Aufholjagd gut lief und wir bis auf Platz fünf nach vorn fahren konnten, wäre am Ende vielleicht sogar mehr drin gewesen.“

Matt Campbell (Porsche 911 GT3 R #99):„Es war ein verrücktes und sehr hartes Rennen bei den sich ständig verändernden Wetterbedingungen. Leider gab es zum Schluss viele Gelb-Phasen und so konnten wir keinen Boden mehr gut machen. Alle Porsche-Teams haben in Spa gut zusammengearbeitet und es hat unglaublich viel Spaß gemacht, hier für Porsche zu fahren.“

Laurens Vanthoor (Porsche 911 GT3 R #117):„Ich bin nicht zufrieden. Das Auto war gut und der Speed war da. Aber leider sind uns ein paar Fehler unterlaufen, die uns zurückgeworfen haben. Das ist schon ein wenig enttäuschend, aber im nächsten Jahr versuchen wir es wieder.“

Klaus Bachler (Porsche 911 GT3 R #54):„Das war ein aufregendes Rennen für unser Team. Wir mussten aufgrund des wechselnden Wetters immer wieder die Strategie ändern, was uns gut gelungen ist. Leider war ich nur zehn Minuten vor Ende der 24 Stunden in einen Unfall verwickelt und erlitt einen Reifenschaden. Damit war das Rennen für uns gelaufen.“

Beim 24-Stunden-Klassiker von Spa-Francorchamps gingen 248 Fahrer in 72 Autos an den Start. Insgesamt waren elf Marken bei der 71. Auflage des Ardennen-Marathons vertreten, der als wichtigstes GT3-Event der Welt gilt.

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Michaela Etzel
Michaela Etzel https://www.jetset-media.de

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