„Der Himmel ist nicht die Grenze“
Unter dem Motto „Sky is not the limit“ präsentierte Künstler Max Mavior am Wochenende in den Goldberg Studios in München seine neuesten und bedeutendsten Werke. Rund 100 geladene Gäste aus Wirtschaft, Kunst, Sport und Gesellschaft kamen allein am Samstag, 17. Oktober zusammen, um die Arbeiten des 29-Jährigen zu entdecken, die sich mit großen Visionen, persönlichen Grenzen und dem Mut beschäftigen, über das vermeintlich Mögliche hinauszudenken.
Ein besonderes Highlight der Ausstellung war das 1,60 mal 1,60 Meter große Kunstwerk „Beyond the Finish Line“. Dafür verwandelte Mavior die Siegerski von Felix Neureuther in ein imposantes Kunstwerk, das sportliche Höchstleistung mit künstlerischer Ausdruckskraft verbindet. „Diese Skier verbinde ich mit meinem Sieg in Levi 2017. Im Slalom tastet man sich in jeder Kurve an die eigene Grenze heran. Dass Max daraus ein Kunstwerk geschaffen hat, gibt dieser Erinnerung eine neue Bedeutung“, erzählt Neureuther. Erst kürzlich wurde das Werk für 17.000 Euro zugunsten der Felix Neureuther Stiftung versteigert.

Max Mavior, Foto: John F. Richter
Auch die prominent in das Kunstwerk integrierte Zahl 55 hat eine besondere Bedeutung: Sie steht nicht nur für die 55 Tore, die im Slalom zu durchfahren sind, sondern ist zugleich eine Hommage an Neureuthers verstorbene Mutter Rosi Mittermaier († 72). Die Ski-Legende gewann 1976 bei den Olympischen Winterspielen in Innsbruck mit der Startnummer 5 die Goldmedaille. So vereint „Beyond the Finish Line“ sportliche Erinnerungen, persönliche Verbundenheit und die Idee, über sich selbst hinauszuwachsen.
Genau dieser Gedanke zieht sich wie ein roter Faden durch Maviors Schaffen. Der Künstler beschäftigt sich mit der Frage, was möglich wird, wenn Menschen ihre Grenzen nicht als Hindernis, sondern als Ausgangspunkt für Neues begreifen. Ein wiederkehrendes Motiv in seinen Arbeiten ist deshalb der Pegasus, der für Stärke, Freiheit und Aufbruch steht. Das Fabelwesen symbolisiert den Mut, sich von Konventionen zu lösen und neue Wege einzuschlagen – ganz im Sinne von Maviors Leitgedanken, den Status quo immer wieder infrage zu stellen.
Dass seine Kunst auch über die Ausstellung hinaus auf Resonanz stößt, zeigt sich an den prominenten Sammlern seiner Werke. So hängen seine Arbeiten bereits bei David Coulthard, dem ehemaligen Formel-1-Rennfahrer, sowie bei der Familie Swarovski.
Für seine Vernissage wählte der Nürnberger bewusst München als Schauplatz. „Für mich ist es eine sehr inspirierende Stadt. Ich spiele schon länger mit dem Gedanken, schon bald hierherzuziehen“, verrät Mavior.
Dass der Titel der Ausstellung weit mehr als ein griffiges Motto ist, macht Mavior mit seiner persönlichen Philosophie deutlich: „Es heißt immer so schön: Der Himmel ist die Grenze, aber das ist er eben nicht. Mir geht es darum, diese zu überwinden und den Status quo neu zu denken.“ Dass einst scheinbar Unmögliches durch visionäres Denken Realität werden kann, zeige sich für ihn auch in technologischen Entwicklungen. Als Beispiel verweist er auf Elon Musks „fliegenden“ Autos. Für Mavior beginnt Fortschritt dort, wo Menschen aufhören, Grenzen als gegeben hinzunehmen – in der Kunst ebenso wie in anderen Lebensbereichen.
About MAX MAVIOR: Der 29-Jährige ist ein deutscher zeitgenössischer Künstler, dessen Arbeiten sich zwischen expressiver Abstraktion und figurativer Ikonografie bewegen.
Im Zentrum seiner Bildsprache stehen Energie, Bewegung und die Frage, wie sich persönliche und gesellschaftliche Grenzen verschieben lassen.
Fotos: siehe Bilder