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Abschlussbericht Bregenzer Seefestspiele – Nächstjährige Saison startet mit Georges Bizets „Carmen“

29. August 2016
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„Turandot“ bestbesuchte Puccini-Oper – Jubiläums-Saison mit insgesamt 213.000 Gästen

Drei Aufführungen am letzten Festspieltag, dem 21. August 2016, markierten das facettenreiche Finale einer ebenso abwechslungsreichen wie stark besuchten Jubiläums-Saison: Am Sonntagvormittag stand ein Konzert des Symphonieorchesters Vorarlberg auf dem Programm, frühabends lud Musik & Poesie ins Cabaret und ab Einbruch der Dunkelheit hat Prinzessin Turandot letztmals ihre Brautwerber auf der Seebühne geköpft. Das gleichnamige Spiel auf dem See ist auch im Wiederaufnahme-Jahr begehrt wie kein anderes bei den Bregenzer Festspielen gezeigtes Werk von Giacomo Puccini.

Bei einer Auslastung von 94 Prozent hat die Oper mit ihrer weltberühmten Arie Nessun dorma  nahezu 160.000 Besucher angezogen haben. Eine Vorstellung wurde bislang wegen schlechten Wetters ins Festspielhaus verlegt. Insgesamt haben rund 213.000 Gäste die Bregenzer Festspiele 2016 besucht.

Carmen – Vorverkauf startete am Sonntagabend, 21. August 2016

Derweil sind die Vorbereitungen für das nächstjährige Spiel auf dem See Carmen weit fortgeschritten, der Vorverkauf für die Oper von Georges Bizet startete am Sonntagabend auf der Festspiel-Internetseite. Für die Inszenierung zeichnet Kasper Holten verantwortlich, das Bühnenbild stammt von Es Devlin, am Pult der Wiener Symphoniker steht erneut Paolo Carignani.

Großes Spiel, kleines Spiel

Mit einer historischen Einmaligkeit begann die Jubiläums-Saison am Vorabend der offiziellen Eröffnungszeremonie: In direkter Nachbarschaft zueinander gelegen, zogen erstmals zwei Seebühnen gleichzeitig die Blicke auf sich – wenngleich in sehr unterschiedlichen Dimensionen. Als Spiel auf dem See stand die Wiederaufnahme-Premiere von Turandot bevor, während auf dem zu einer sehr kleinen Seebühne umfunktionierten Lastkahn die Bregenzer Festspiele in Erinnerung an ihre Gründung ähnlich wie 1946 das Mozart-Singspiel Bastien und Bastienne aufführten. Bei freiem Eintritt strömten geschätzte 1.800 Besucher zum Bregenzer Gondelhafen, dem Geburtsort des Spiels auf dem See.

Aufführungen im Festspielhaus stark besucht

Am Abend der Festspieleröffnung feierte die lange Zeit in Vergessenheit geratene Oper im Festspielhaus Hamlet Premiere, die als österreichische Erstaufführung langanhaltenden, bisweilen frenetischen Applaus erhielt und bei einer Auslastung von 100 Prozent an insgesamt drei Abenden 4.612 Opernliebhaber anzog. Die drei Orchesterkonzerte der Wiener Symphoniker waren nicht nur stark besucht, sondern vom Publikum mit starkem Beifall bedacht. Es konnten bei einer Auslastung von 92 % insgesamt genau 5.711 Konzertbesucher verzeichnet werden.

Im zweiten Jahr seines Bestehens sorgt das Opernstudio mit Don Giovanni erneut für ein ausverkauftes Kornmarkt-Theater, zu den vier Aufführungen kommen insgesamt 1.940 Besucher (Auslastung 99 %). Die kleine und feine Reihe Musik & Poesie begeisterte bislang erneut an ihrem Stamm-Spielort, dem Seestudio im Bregenzer Festspielhaus. Die Sopranistin Measha Brueggergosman lud  dabei ins Cabaret (883 Besucher, Auslastung 92 %).

Dreimal Zeitgenössisches

Das zeitgenössische Programm auf der Werkstattbühne bewies mit Staatsoperette – Die Austrotragödie, dass eine Musiktheater-Uraufführung ein größeres Publikum finden kann. Der Andrang war so groß, dass kurzfristig die Generalprobe geöffnet wurde und insgesamt fast 1.000 Besucher (Auslastung 100 %) die auf dem Fernsehfilm Staatsoperette beruhende Bühnenfassung sahen. Das Seelendrama zweier Traumatisierter fesselte an der Premiere das Publikum. Das Opernatelier bot beim Konzert im Kunsthaus den vierten Einblick in die Entstehung einer Oper, die unter dem Titel To the Lighthouse im nächstjährigen Festspielsommer auf der Werkstattbühne uraufgeführt werden wird.  Der nächste Einblick ist für 28. November im Kunsthaus Bregenz geplant.

Die Mauer muss weg

Nur wenige Stunden nach der letzten Turandot – Vorstellung begann am Montagvormittag der Kulissenabbau im Bodensee. Während der ersten Tage demontierten Techniker die im Bühnenbild integrierten Lautsprecher sowie Scheinwerfer und weitere Geräte. Danach bleibt kein Stein auf dem anderen: Es folgte der Abbau der 72 Meter breiten und 27 Meter hohen orangefarbenen Wand, die aus einer Holz-Stahlkonstruktion und 650 unechten Mauersteinen besteht. Im Oktober dann rammt eine Spezialfirma die ersten Holzpfähle in den Seegrund als Fundament für das Carmen – Bühnenbild, dessen allererste Formen voraussichtlich ab März andeutungsweise erkennbar sein werden.

Vom Kieskahn zur Opernbühne

Bereits eine Woche vor Festspieleröffnung startete im Foyer des vorarlberg museum die Jubiläumsausstellung 70 Jahre Bregenzer Festspiele. Bei freiem Eintritt lassen noch bis 11. September reproduzierte Originaldokumente, Kurzfilme und Begleittexte auf die Anfangsjahre des Festivals zurückblicken und auf die Zeit bis zur heute bestehenden Festival-Neukonzeption Mitte der 1980er Jahre. Das zum Ausstellungsbeginn erschienene Begleitheft Vom Kieskahn zur Opernbühne im See fasst wesentliche Teile zusammen und streift darüber hinaus die neuere Festspielgeschichte.

Carmen 2017 und 2018 am See

In den Jahren 2017 und 2018 gibt es auf der Seebühne ein Wiedersehen mit Carmen. Die Regie stammt von Kasper Holten, für das Bühnenbild zeichnet Es Devlin verantwortlich, am Pult der Wiener Symphoniker steht Paolo Carignani. Die Oper von Georges Bizet wurde zuletzt in den Jahren 1991 und 1992 als Spiel auf dem See gezeigt. Premiere ist am 19. Juli 2017, es folgen 25 weitere Vorstellungen. 

Moses in Ägypten Oper im Festspielhaus 2017

Als Oper im Festspielhaus gelangt nächstes Jahr die selten gespielte Oper Moses in Ägypten (Mosè in Egitto) von Gioachino Rossini zur Aufführung. Premiere ist am 20. Juli 2017, es folgen zwei weitere Aufführungen. Den biblischen Stoff von Plagen und der Meeresspaltung inszeniert die Niederländerin Lotte de Beer gemeinsam mit dem Theaterkollektiv Hotel Modern. Die musikalische Leitung liegt bei dem in Spanien geborenen Italiener Enrique Mazzola, es spielen die Wiener Symphoniker. Mit Christof Hetzer als Ausstatter kehrt der im vergangenen Sommer gefeierte Bühnenbildner von Hoffmanns Erzählungen zurück ins Bregenzer Festspielhaus.

Vorverkauf für 2017 gestartet

Die Bregenzer Festspiele 2017 (72. Saison) finden von 19. Juli bis 20. August statt, Tickets (Premieren ausgenommen) und Informationen sind ab Sonntagabend auf der Festspiel-Internetseite verfügbar.

Ticket-Reservierungen für die Saison 2017 sind ab sofort im Internet unter www.bregenzerfestspiele.com möglich, ausgenommen Premieren.

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© Bregenzer Festspiele/Karl Forster

Michaela Etzel
Michaela Etzel https://www.jetset-media.de

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