VDP & Meininger: Ausgezeichnetes Weinkonzept 2024
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VDP & Meininger: Ausgezeichnetes Weinkonzept 2024

30. April 2024
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Copyright Fotos: © VDP by Peter Bender

Mainz: April 2024 | Die Sichtbarkeit steigt! Immer mehr Lokale, von der hippen Weinbar bis zum Drei-Sterne-Gourmet-Tempel, tragen an ihrem Eingang das Messing-Schild mit der Aufschrift „Ausgezeichnetes Weinkonzept“. Dass den Gast in diesem Lokal eine herausragende Auswahl deutscher Weine erwartet, dafür garantiert der VDP.Adler auf der Plakette. Und dass hier eine Person für die Beratung und Betreuung der Gäste in Sachen Wein und Getränke verantwortlich ist, die ihr Handwerk versteht und ihrem Beruf mit Leidenschaft nachgeht, dafür garantiert der Name meiningers sommelier. 

In diesem Jahr wurden mehr als 70 Bewerbungen aus dem In- und Ausland eingereicht. Nach ihrer Einführung vor drei Jahren gelten die eleganten Messingschilder in der Gastronomielandschaft bereits als Ritterschlag in Sachen Weinkultur. Wer hat die spannendsten Weinkarten und darf sich über eine Auszeichnung freuen? 

Copyright Fotos: © VDP by Peter Bender

Laudationes von Sascha Speicher

Sonderpreis International 

Alf Wimmer, Restaurant Amador in Wien 

Beginnen wir im Ausland. Drei Weinkarten aus Österreich und der Schweiz boten eine herausragende Auswahl deutscher Weine. Alle drei Sommelières oder Sommeliers hätten wir mit ruhigem Gewissen als internationale Botschafterinnen und Botschafter des deutschen Spitzenweins auf die Bühne bitten können. 

Doch eine stach hinsichtlich Umfangs und Tiefe noch ein Stück heraus: Fast 300 deutsche Weine von 41 Erzeugerinnen und Erzeugern, und das mitten in den Weinbergen von Wien. Zusammengestellt von einem Sommelier mit Deutschland-Erfahrung, im Restaurant jenes deutschen Kochs, dem es gelang, als erster und bislang einziger die begehrten drei Sterne nach Österreich zu holen: Die Rede ist natürlich von Juan Amador und Alf Wimmer, der für die Zusammenstellung und Pflege der Weinauswahl verantwortlich ist, auch wenn er den abendlichen Service inzwischen in die Hände von Adam Bencze übergeben hat, der als Sommelier im Restaurant agiert. Fehlt noch der vierte im Bunde: der Besitzer des Restaurants und Aushängeschild der Wiener Winzerschaft Fritz Wieninger. 

Copyright Fotos: © VDP by Peter Bender

Ben Birkholz, Restaurant Jörg Müller auf Sylt 

Bei dieser Menge an Bewerbungen fiel der Jury die Auswahl wirklich nicht leicht. So lange und intensiv hatte sie noch nie diskutiert. 

Bei einem Lokal herrschte hingegen sofort Einigkeit. Zu überragend ist die Weinauswahl. Beeindruckend in Jahrgangstiefe wie Breite. Das Konzept klingt einfach: „Das Bestmögliche trinkreif kompetent servieren.“ Dem ist nicht viel hinzuzufügen. Außer der Hinweis auf den berechtigten Ruf als einer der Weinleuchttürme der Nation. In dieser Rolle ist das Restaurant Jörg Müller keineswegs auf deutsche Weine beschränkt. Eher im Gegenteil. Man denkt zuerst an Bordeaux oder Champagner, ergänzt um Klassiker aus aller Welt. Und doch ist das Angebot an deutschem Riesling, Spätburgunder und Co. über jeden Zweifel erhaben. Offeriert werden die Weine übrigens tatsächlich trinkreif: HERMANNSHÖHLE von 2011 bis 2015 oder MORSTEIN von 2010 bis 2015. So gut wie kein Wein ist jünger als 2020. Ebenso exzellent ist der Ruf von Benjamin Birkholz als Gastgeber und Sommelier der Sylter Genuss-Institution. 

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Anna Rupprecht, Restaurant Storstad in Regensburg 

Unsere nächste Preisträgerin zierte den Titel der Ausgabe 4/2023 von meiningers sommelier. Genaugenommen ist sie nicht nur die Sommelière des Restaurants Storstad, wortwörtlich über den Dächern von Regensburg, sondern auch für die Weinauswahl im japanischen Restaurant Aska und der stylishen Weinbar Tipsy verantwortlich. Am deutschen Wein fasziniert Anna Rupprecht die Vielfalt an Regionen mit ihren jeweiligen Terroirs und Rebsorten. Diese bildet sie in der Weinkarte ab, ohne dass ihre Karte überladen wirkt. Gezielt hat die Spitzen-Sommelière aus den Anbaugebieten jene Betriebe ausgewählt, die in ihren Augen den Charakter des Gebiets am besten transportieren. Jahrgangstiefe ist zwar nur punktuell vorhanden, was aber wiederum sehr gut zum urbanem Gastronomiekonzept von Anton Schmaus passt. Die Weinkarte wirkt dadurch sehr aufgeräumt und übersichtlich, und sie zeugt vom berechtigen Selbstbewusstsein von einer der besten Sommelières Deutschlands. 

Copyright Fotos: © VDP by Peter Bender

Florian Richter, Kronenschlösschen in Hattenheim 

Die Weinkarte des folgenden ausgezeichneten Weinkonzepts ist zumindest optisch so ziemlich das genaue Gegenteil der Karte von Anna Rupprecht. Klein geschrieben und zum Teil zweispaltig, um auf rund 100 Seiten eine unglaubliche Fülle an Weinen in große Jahrgangstiefe unterzubringen. Beeindruckend ist die Auswahl umso mehr, ein Paradies für Weinliebhaber auf der Suche nach Raritäten, mit einer beeindruckenden Jahrgangstiefe bei zahlreichen Weinen bis ins 20. Jahrhundert. Eine ähnliche weinkulturelle Institution wie Jörg Müller auf Sylt. Nur eben im Rheingau beheimatet. Entsprechend nimmt die Heimatregion unter den deutschen Anbaugebieten auch den größten Raum ein, lässt aber auch den Nachbarn von Mosel, Nahe, der Pfalz oder Baden mit ihren jeweiligen Stärken ausreichend Raum, um den deutschen Wein in all seinen Facetten würdig abzubilden. An der Kompetenz und dem Fachwissen des Chefsommeliers besteht ohnehin nicht der Hauch eines Zweifels. Schließlich ist Florian Richter amtierender Gewinner der Sommelier Trophy 2023, genau zehn Jahre, nachdem er sich bei uns den Titel als Nachwuchssommelier sichern konnte. 

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Martin Pichel, Matthias Koll, Hotel Jagdhof in Röhrnbach 

Weiterer Preisträger ist das Hotel Jagdhof in Niederbayern, unweit von Passau. Die Jury staunte angesichts der Tiefe und Breite der Auswahl deutscher Spitzenweine, zum Teil in beachtlicher Jahrgangstiefe von bis zu zehn Jahrgängen und zu erstaunlich günstigen Preisen, zum Teil deutlich unter 100 Euro, dazu eine verblüffende Anzahl an Großformaten. Kurzum: Die Karte ist schlicht und einfach spektakulär. Und sie wird gepflegt von einem Sommelier-Duo: Martin Pichel und Matthias Koll. 

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Claudius Unger, Blauer Engel, Aue 

Es gibt so manche großartige Weinkarte, die fast ein wenig im Verborgenen blüht. Ein solcher Fall ist das Hotel Blauer Engel, obwohl bereits seit 1663 durchgängig als Hotel- und Gaststätte in Betrieb. Dass diese stattliche Weinauswahl bislang etwas unter Radar geflogen ist, könnte auch mit der Lage im schönen Erzgebirge, weit abseits der üblichen Weinpfade, zusammenhängen. Sogar im eigenen Brauereigasthof, der Teil des gastronomischen Angebots ist, werden Weinhefen beim Bierbrauen eingesetzt. Im gerade frisch vom Michelin mit einem Stern ausgezeichneten Restaurant St. Andreas spielt dann aber ganz klar der Wein die Hauptrolle. Verantwortlich für die Weinauswahl ist Claudius Unger. Seit 1990 befindet sich der Blaue Engel im Besitz seiner Familie und dem Sommelier liegt es am Herzen, sowohl den ungeübten Weintrinker als auch die Kennerin glücklich zu machen. Das Resultat dieses Bestrebens ist eine äußerst abwechslungsreiche Zusammenstellung, die zum Teil locker durch alle Anbaugebiete streift, dann aber hier uns da einen starken Akzent in Form einer tiefen und breiten Auswahl einzelner Betriebe setzt. Die Preise sind als äußerst attraktiv zu bezeichnen. 

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Sonderpreis Gastronomie + Handel 

Vinocentral in Darmstadt 

Auch in diesem Jahr vergibt der VDP eine weitere Plakette in einer Sonderkategorie: Gastronomie plus Handel. Klingt so naheliegend und ist doch so schwer auf perfekte Art umzusetzen. Ein absoluter Leitbetrieb in dieser Hinsicht ist das Vinocentral in Darmstadt. Seit 30 Jahren verbindet das Vinocentral Wein- und Spezialitätenhandel mit Weingastronomie. Inzwischen ist bereits die zweite Generation in das Unternehmen eingestiegen. Das Weinteam besteht aus sechs Personen, wovon sich drei die Rolle des Sommeliers in Einkauf, Aufbau der Weinkarte und Beratung der Gäste teilen: Dies sind Geunhye Yook, Sebastian Fehlinger und Lasse Böckenhauer. 

Das Speiseangebot ist mit Panini, Focaccia, Antipasti und Co. stark an italienische Caffè-Bars angelehnt, dazu gibt es 40 Weine im offenen Ausschank, oder einen der 1.800 Weine im Sortiment gegen ein Korkgeld von 19 Euro. Allem italienischen Lebensgefühl zum Trotz, nehmen deutsche Weine einen breiten Raum ein. Sie stammen von 68 Weingütern aus 12 Regionen. Auf der Raritätenkarte mit 375 Positionen sind zahlreiche gereifte VDP-Weine bis zu Versteigerungsweinen zu finden. Diese Weine sind ausschließlich für den Genuss vor Ort gedacht und locken Weinliebhaber aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet nach Darmstadt. 

Copyright Fotos: © VDP by Peter Bender

VDP.Die Prädikatsweingüter 

Im Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) schließt sich eine Gemeinschaft von rund 200 Winzerinnen & Winzer aus allen deutschen Weinbauregionen zusammen. Was sie bei allem Individualismus eint, ist ihr zeitloses Ideal handwerklich erzeugter, herkunftsgeprägter Weine, die kompromisslos, voller Leidenschaft und nach strengen Regeln erzeugt werden. Der VDP.Adler auf dem Flaschenhals dient somit als einzigartiges Qualitätsversprechen. 

VDP.Die Prädikatsweingüter

Copyright Fotos: © VDP by Peter Bender

Michaela Etzel
Michaela Etzel https://www.jetset-media.de

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