Musical-Highlight des Sommers: DER KLEINE HORRORLADEN bei den Freilichtspielen Schwäbisch Hall
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Musical-Highlight des Sommers: DER KLEINE HORRORLADEN bei den Freilichtspielen Schwäbisch Hall

9. Juli 2022
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Benjamin Sommerfeld (Seymour), Hanna Mall (Audrey), © Freilichtspiele Schwäbisch Hall, Ufuk Arslan

Don’t Feed the Plants!

Zum ersten Mal spielt das Kultmusical um die singende Riesenpflanze auf der Großen Treppe in Schwäbisch Hall. Seit 40 Jahren zählt es zu den meistgespielten Musicals in Deutschland und seine schwarzhumorige Geschichte sorgt seitdem für ausgelassene Theaterabende. Mushniks Blumenladen steht kurz vor der Schließung, kaum noch Kunden und den beiden Angestellten, dem schüchternen Seymour und der attraktiven Audrey droht die Arbeitslosigkeit. Als Seymour eine skurril aussehende Pflanze – nach einer unerwarteten Sonnenfinsternis war sie plötzlich im Großmarkt aufgetaucht – ins Schaufenster stellt, steigt das Interesse der Kunden, der Blumenladen floriert und Seymour darf sich Hoffnung auf seine angehimmelte Audrey machen. Allerdings mag die Pflanze, von Seymour liebevoll Audrey II benannt, nur mit Menschenblut gedeihen. Bei genügend Nahrungszufuhr wächst sie rasant und verspeist zunächst den sadistischen Zahnarzt Orin, danach den Blumenladenbesitzer und ganz zum Schluss auch das Liebespaar, da wird klar: die Pflanze will die Weltherrschaft an sich reißen, sie ist ein Alien.

Musical-Highlight des Sommers: DER KLEINE HORRORLADEN bei den Freilichtspielen Schwäbisch Hall

v.l.n.r. erste Reihe: Friederike Kury (Chiffon), Benjamin Sommerfeld (Seymour), Andreas Wolfram (Die Pflanze Audrey zwo), Hanna Mall (Audrey); zweite Reihe: Andreas Zaron (Mushnik), Karen Helbing (Chrystal), Timothy Roller (Mr. Martin), Andrea M. Pagani (Zahnarzt Orin), Daniela Tweesmann (Ronette), Statisterie © Freilichtspiele Schwäbisch Hall, Ufuk Arslan

Das Horror-Musical erreichte mit seinen Hits wie „Grow for Me“, „Somewhere That’s Green“ und „Suppertime“ weltweit Kultstatus. Die eingängige Motown-Soul-Musik, die skurrilen Charaktere und die ins Riesige wuchernde Pflanze machen das aberwitzige Musical zu einer abgedrehten Komödie. Und der „kleine Horror“ mündet in den übermütigen Lacher.

Dieses wundersam trashige Musical, das nicht zuletzt dank seiner rockig fetzigen Songs auf vielen Bühnen große Erfolge verbuchte, entwickelt sich scheibchenweise vom Sozialdrama aus dem heruntergekommenen Blumenladen in der armen Vorstadt zum menschheitsbedrohenden Horrorfilm. Eine schrille Alienkomödie, in der Liebe und Eifersucht auch in Not und Armut florieren, und in der den nahrhaften Menschenwesen neben einem rasanten sozialen Aufstieg, neuem Reichtum und ihrem lang ersehnten „Häuschen irgendwo im Grünen“ allerhand blüht.

Die musikalische Leitung hat Heiko Lippmann, er lässt, zum ersten Mal in Deutschland, die von Danny Troob neu orchestrierte große Fassung spielen. Regie führt Thomas Goritzki.

Premiere ist am 8. Juli um 20:30 Uhr auf der Großen Treppe. Öffentliche Generalprobe ist am 7. Juli, weitere Vorstellungen sind am 10., 12., 13., 14., 15., 16. Juli, am 7., 9., 10., 11., 12., 13., 14., 16., 17., 18., 19. und 20. August, jeweils 20:30 Uhr

Karten online unter: www.freilichtspiele-hall.de
Telefonisch bei der Tourist Information Schwäbisch Hall: Telefon 0791 751-600

Musical / Musik von Alan Menken, nach dem Film von Roger Corman, Buch und Liedertexte von Howard Ashman, Orchestration von Danny Troob, Deutsch von Michael Kunze

Die Geschichte der Freilichtspiele Schwäbisch Hall

Seit 1925 wird in Schwäbisch Hall auf der mehr als 500 Jahre alten Freitreppe vor der Kirche St. Michael professionelles Freilichttheater gespielt. In den ersten Spielzeiten war „Jedermann“ von Hugo von Hofmannsthal das einzige Stück, das zur Aufführung kam. Unter Intendant Wilhelm Speidel wurde ab 1949 das Repertoire auch auf andere geistliche und klassische Dramen erweitert. Ab 1968 kamen mit Intendant Achim Plato dann auch Stücke, die weltliche Probleme oder religiös Strittiges aufgriffen hinzu, denn: „Die Treppe führt nicht nur nach oben in den sakralen Bereich, sondern auch nach unten zum Marktplatz und seinem weltlichen Leben.“

Das stetig steigende Zuschauerinteresse ermöglichte nach und nach eine Erweiterung der Genres und Spielorte. Ab 1985 wurden auch Stücke für Kinder und Familien inszeniert, zunächst auf der Kleinen Treppe in der Gelbinger Gasse. Im Jahr 1990 war „Jesus Christ Superstar“ das erste Musical auf der Großen Treppe vor St. Michael. Weitere Spielorte in den 90er Jahren waren der Theaterkeller am Hafenmarkt und die Theaterscheune im Freilandmuseum Wackershofen. Im 75. Jubiläumsjahr 2000 wurde – mit dem in einer grandiosen Bürgeraktion auf der Kocherinsel „Unterwöhrd“ errichteten Haller Globe Theater – ein aufsehenerregender Shakespeare-Theaterbau geschaffen. Als Provisorium errichtet, fand das dreistöckige Freilicht-Rundtheater schnell einen Weg in die Herzen vieler Zuschauer in Schwäbisch Hall und weit über die Region hinaus. In sechzehn Spielzeiten fanden dort über 50 Produktionen mit insgesamt über einer Viertelmillion Besuchern statt.

Unter der Intendanz von Christoph Biermeier wurden die Freilichtspiele dann mehr und mehr zu einer ganzjährigen Institution. Theaterpädagogik, Klassenzimmerstücke, Projekte mit den verschiedensten gesellschaftlichen Gruppierungen, ein internationales Jugendtheaterfestival, sowie Kooperationen und Koproduktionen mit angesehenen Festivals und Bühnen erweiterten stetig das Angebot. Dazu kam ab 2012 auch ein kleines Winterprogramm in der Haalhalle. Das letzte Jahr der Intendanz von Christoph Biermeier sollte auch die letzte Spielzeit im Haller Globe Theater sein: Nach zahlreichen Verlängerungen der befristeten Zulassung und immer eingeschränkteren Nutzungsmöglichkeiten beschloss der Haller Gemeinderat im Sommer 2016 die Errichtung eines festen Theaterbaus an selber Stelle.

Seit der Spielzeit 2017 stehen die Freilichtspiele Schwäbisch Hall unter der Künstlerischen Leitung von Christian Doll. Neben großen Schauspielklassikern und bekannten Musicals werden unter seiner Intendanz auch regelmäßig eigene Stoffe für die Große Treppe vor St. Michael entwickelt, darunter das Schauspiel „Brenz 1548“ (2017) und die musikalische Revue „In der Bar zum Krokodil – Ab in die wilden 20er“ (2018/19).

Ein Meilenstein in der Geschichte der Freilichtspiele war die Eröffnung des neuen Theaterbaus auf dem Unterwöhrd am 29. März 2019: das NEUE GLOBE. Dank eines verschließbaren Daches und der Temperierbarkeit des Innenraums ermöglicht das Neue Globe nun auch Vorstellungen bei schlechtem Wetter, im Frühjahr, Herbst und Winter.

Copyright Fotos: © Freilichtspiele Schwäbisch Hall, Ufuk Arslan Fotografie
https://www.freilichtspiele-hall.de

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