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Eröffnung der Ausstellung „Portraire“ im Bayerischen Nationalmuseum in München

4. Oktober 2021
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Eröffnung der Ausstellung „Portraire“ im Bayerischen Nationalmuseum in München

Johannes Brus, Kevin Clarke und Kilian Saueressig stellen Ihre Kunstwerke im Bayerischen Nationalmuseum in München aus – eine junge Star-Pianistin und viele VIPs beim Opening der Ausstellung „Portraire“ am 1. Oktober 2021 

Aller guten Dinge sind bekanntlich drei. Das trifft auch auf die neue Ausstellung im Bayerischen Nationalmuseum in München zu. Drei Künstler stellen dort ab sofort und noch bis zum 31. Oktober 2021 unter dem Titel „Portraire“ ihre Werke aus: Johannes Brus, Kevin Clarke und Kilian Saueressig. Alle drei haben ein gemeinsames Thema – Porträts – aber völlig unterschiedliche Herangehensweisen an das Thema. Zum Opening der Gemeinschaftsausstellung am Freitagabend kamen allerdings nur zwei der drei Künstler, Saueressig und Clarke. Aber auch zahlreiche kunstaffine VIPs, um die Auswahl an Fotografien, Skulpturen und Installationen zu bewundern, darunter unter anderem Michael und Daniel Sandvoss („Brain & Soul“), Moderator Florian Fischer-Fabian und Fotografin Anke Schaffelhuber.

Kilian Saueressig ist der „grüne“ und innovative Künstler. Der passionierte Erfinder, Ex-Unternehmer und gelernte Maschinenbauingenieur forschte jahrelang, um für seine Kunstwerke neue nachhaltige und biobasierte Farben und Materialen zu erfinden und schafft so noch nie Dagewesenes. Bevor er sich für die Kunst entschied, war er erfolgreicher Unternehmer und Maschinenbauingenieur und führte das Familienunternehmen zum Erfolg. Heute hat er sich der Kunst und vor allem der Nachhaltigkeit verschrieben.

Kilian Saueressig kam mit der ganzen Familie, u.a. mit seiner Frau Dörte, den Kindern Karlotta (12),Maxima (9) und Karl (7) und seiner Zwillingsschwester Diana Saueressig. „Das ist heute ein besonderer und wichtiger Abend für mich“, erzählte er. „Johannes Brus ist seit 70 Jahren als Künstler tätig, Kevin Clark seit 60 Jahren und ich erst seit knapp drei Jahren“, erzählte er. „Das ist meine  erste Ausstellung in München“, erzählte er, „aber ich war früher öfter beruflich öfter in der Stadt. Und erstmals sind auch meine Schwiegereltern bei einer Ausstellung von mir.“  Früher Unternehmer, heute Künstler –  zwei völlig unterschiedliche Lebensweisen. Vermisst er sein „altes“ Leben manchmal? „Kürzlich habe ich mit einem Ingenieur meiner ehemaligen Firma telefoniert und er hat mir erzählt, dass er eine Batterieanlage für 120 Millionen verkauft hat. Da dachte ich schon kurz: ‚Schöner Mist‘“, erzählte er  schmunzelnd. „Aber im Endeffekt bereue ich die Veränderung nicht. Man verändert sich eben und man kann nicht alles im Leben haben. Ich wollte mehr Zeit haben – für die Kunst und die Familie. Obwohl ich derzeit nicht viel Zeit habe, da ich viel unterwegs bin.“

Seine Kinder hat er übrigens auch portraitiert und diese Werke sind ebenfalls in München zu sehen. Insgesamt zeigt er 14 Werke, vor allem seine eindrucksvollen „LichtWandSkulpturen“, die nicht nur durch ihre Ausstrahlung, sondern auch durch ihre technische Ausführung faszinieren, die er vor Ort den Gästen demonstrierte. In ihnen setzt sich der Künstler mit philosophischen, politischen, wissenschaftlichen, religiösen und gesellschaftlichen Themen auseinander, die das Leben im 21. Jahrhundert bestimmen und lädt die Betrachtenden dazu ein, es ihm gleichzutun. Die strukturierten Lichtskulpturen werden ganz im Sinne der Nachhaltigkeit mit Materialien hergestellt, die frei von umweltschädlichen Stoffen sind. Darauf legt der passionierte Erfinder und gelernte Maschinenbauingenieur besonderen Wert.

„Früher hat man sich im Office getroffen, jetzt bei Ausstellungen oder privat. Ich lerne jetzt viele spannende neue Menschen aus anderen Bereichen kennen“, so Saueressig. So traf er kürzlich bei einer seiner Ausstellungen auf die 18-jährige Ausnahme-Pianistin Laetitia Hahn. Und sie trat nun beim Opening im Bayerischen Nationalmuseum auf und begeisterte die Gäste mit ihrer Live-Performance am Flügel – als Art-Perfomance zu Saueressigs Werk „Laetitia 14-24“. Sie gilt als die talentierteste und vielversprechendste Pianistin der jüngeren Generation und spielte nicht nur auf zahlreichen Konzertbühnen, sondern war auch schon bei zahlreichen TV-Shows mit dabei. Begleitet wurde sie von ihren Eltern Annette und Christian Hahn. „Ich habe Kilian Saueressig vor circa zwei Monaten bei seiner Ausstellung kennen gelernt und wir haben uns auf Anhieb gut verstanden. Jeder von uns schätzt die Kunst des anderen und so ist die Idee zu diesem Konzert heute entstanden“, erzählte sie. Das Klavierspiel ist ihre große Leidenschaft. Auf die Frage eines Gastes, wie viele Stunden sie in ihrem Leben schon gespielt habe und dass man doch 10.000 Stunden brauche, um ein Profi zu werden, meinte sie nur lachend: „Ich habe schon weitaus mehr als 10.000 Stunden Klavier gespielt in meinem Leben. Das schaffe ich in drei Jahren“, so die Musikerin, die in Eisenach lebt und dort neben den Auftritten Musik studiert. Sie tritt im Herbst gleich mehrmals in München auf, einmal in der Seidl Villa und dann nochmals im Münchner Cuvilléstheater am 28. November.

Kevin Clarke wurde in New York geboren. Der Amerikaner kam im trachtigen Janker und sprach fließend Deutsch. Er ist der „Abstrakte“ und ist bekannt für seine „DNA-Portraits“, die er beispielsweise von Künstlerfreunden wie Jeff Koons, John Cage oder seinem Mentor Josef Beuys anfertigte und in München zeigt. Er entnimmt dafür seinen Portraitierten Blut- oder Speichelproben, die er zur Analyse in ein Labor schickt. Anschließend überträgt er die einzigartigen Linien, Kurven oder Buchstabenfolgen der DNA auf die Portraits. „Das ist meine erste Ausstellung in München, ich war aber zu Beginn meiner Karriere schon einmal hier“, erzählte er. „Ich lebe in der Dordogne in Frankreich. Ich habe aber noch ein zweites Studio in Frankfurt, das ich weg von New York verlegt habe.“ In seiner Heimatstadt New York war er soeben der Hauptprotagonist der von der Stadt organisierten Gedenkausstellung anlässlich 20 Jahre 9/11 „Dust to DNA“ im September.

Zudem konnten die Gäste die Werke von Johannes Brus bewundern. Er war von 1986 bis 2007 Professor an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. Schon als Student an der Düsseldorfer Akademie in der Bildhauerklasse von Joseph Beuys, experimentierte er intensiv mit dem Medium Fotografie. Er stellt mit seinen Skulpturen und Fotoarbeiten immer wieder Gattungsgrenzen und überkommene Konventionen infrage. Er fühlt sich nach wie vor der analogen Fotografie verbunden, kombiniert diese aber mit malerischen Mitteln und erschafft somit immer wieder neue Möglichkeiten der Bildfindung.

Die Gäste zeigten sich von der Ausstellung begeistert. Anke Schaffelhuber (kam mit ihrem Freund Sven Noth) hatten es die Werke von Kilian Saueressig angetan: „Das Dreidimensionale ist faszinierend. Sobald man etwas weiter rechts oder links steht, verändert sich das Bild, und das sorgt für Emotionalität.“

Daniela Sandvoss hatte neben ihrem Mann Michael auch ihre Tochter Josephine mitgebracht: „Sie ist die Kunstexpertin in der Familie, denn sie ist gelernte Kunsthistorikerin.“

Dr. Frank Matthias Kammel, der Generaldirektor des Bayerischen Nationalmuseums, begrüßte mit Kurator Manfred Möller  (Verleger Edition Minerva) die Gäste. Laudator war Friedhelm Häring, Kunsthistoriker und langjähriger Museumsdirektor in Gießen.

Außerdem dabei: Bernhard Brugger (CEO Payback), Maria Baranova (1. Solistin des Bayerischen Staatsballetts), Künstlerin Alexandra KordasFranz Schottky (Chefdirigent und Künstlerischer Leiter der Münchner Kammerphilharmonie), Tenor Mario Kempter, uvm.

Text: Andrea Vodermayr

Fotos: People-Fotos Copyright “Hannes Magerstädt” und Kunstfotos Copyright “Edition Minerva”

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