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Der Schlüsselspieler: DFB-Ehrenspielführer Philipp Lahm wird „Legende des Sports 2018“

20. September 2018
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Der Schlüsselspieler: DFB-Ehrenspielführer Philipp Lahm wird „Legende des Sports 2018“

Sportler, hat Philipp Lahm einmal gesagt, befänden sich in einer ständigen Abhängigkeit von Zufällen und Dingen, die sich nicht beeinflussen ließen: „Manches ist einfach auch Glück.“ Aber es gibt kaum eine Sportpersönlichkeit in diesem Land, deren Karriere so sinnbildlich für etwas steht, das nicht mehr selbstverständlich ist: Fairness, Konstanz, Charaktertreue und Leistungsbereitschaft. Dass Philipp Lahm die erfolgreichsten Jahre der jüngsten deutschen Fußballgeschichte maßgeblich prägte, war daher alles andere als ein Zufall. Und es war vor allem ein großes Glück für den deutschen Sport.

Lahm kam im Alter von elf Jahren zum FC Bayern, 22 Jahre später schloss sich dort der Kreis. Er bestritt 661 Profi-Pflichtspiele, unter anderem bei drei Europameisterschaften, drei Weltmeisterschaften und in drei Champions-League-Endspielen. Als er am 20. Mai 2017 in München seine letzte von 385 Bundesligapartien (davon 53 für den VfB Stuttgart) absolvierte, hatte er acht Mal mit der Meisterschale auf dem Rathausbalkon am Marienplatz gestanden und sechs Mal den DFB-Pokal gewonnen. Der einstige Nachwuchsspieler vom FT Gern trat ab als Fußballer des Jahres, Champions-League-Sieger 2013, Vize-Europameister 2008 und Weltmeister 2014. Bei sämtlichen (!) seiner 113 Länderspiele stand Lahm in der Startelf. Und wer denkt, dass die Statistiker in einer Spalte den Eintrag schlicht vergessen haben, der irrt: Der Defensivspezialist hat in 15 Jahren Profi-Fußball nie die Rote Karte gesehen. Nie.

„Als Verteidiger gegen die besten Spieler der Welt über Jahre hinweg mit dieser makellosen Bilanz zu bestehen, das zeugt von einer außergewöhnlichen Gabe“, sagt Ball-Organisator Jörg Müller, „aber nicht nur das macht Philipp Lahm zur Legende. Er hat stets Haltung gezeigt und gleichzeitig Werte wie Verlässlichkeit, Beständigkeit und Verantwortungsbewusstsein vorgelebt.“

Lahms Passquote war brillant, sein flexibles Spielverständnis suchte sei-nesgleichen. „75 Prozent aller Spiele, die er gespielt hat, hat er überragend gespielt. Und die anderen 25 Prozent Weltklasse“, konstatierte Mehmet Scholl. Laut Ex-Bayern-Trainer Pep Guardiola war Lahm „einer der besten Rechts-verteidiger in der Geschichte“ und „der „intelligenteste Spieler, den ich je trai-niert habe“. Zehn Jahre trug Lahm das DFB-Trikot und avancierte in dieser Zeit zu einem der wichtigsten Protagonisten im deutschen Fußball, zum nationalen Schlüsselspieler. 2013 veredelte er das Bayern-Double mit dem Sieg im Champions-League-Finale gegen Dortmund zum Triple. Am 13. Juli 2014 folgte im WM-Finale im legendären Maracana-Stadion von Rio de Janeiro die endgültige Krönung für den jüngsten Ehrenspielführer des DFB.

Auch neben dem Platz traf Lahm stets die richtigen Entscheidungen und bewies ein gutes Timing für seltene, aber durchdachte Konfrontationen. Doch sei es 2009 die deutliche Kritik an der zaudernden Transferpolitik des FC Bayern oder ein Jahr später in Südafrika der selbstbewusste Anspruch aufs Kapitänsamt über die WM hinaus – nie ging es Lahm um persönliche Scharmützel, sondern um ein höheres Ziel: den Erfolg des gesamten Teams. „Als Ehrenspielführer und langjähriger Kapitän sehe ich mich in der Verantwortung, Diskussionen anzuregen. Ich will zum Nachdenken animieren“, sagte er jüngst erst wieder zu der Debatte, die er mit seinem LinkedIn-Kommentar ausgelöst hatte, als er dem Bundestrainer nach dem WM-Debakel in Russland empfahl, einen neuen Führungsstil in Betracht zu ziehen.

Seine Rolle als Botschafter für die DFB-Bewerbung für die Fußball-EM 2024 betreibt der 34-Jährige – neben seinem unternehmerischen Engagement – ebenfalls äußerst motiviert und professionell. Und das lange bevor bekannt wur-de, dass er im Fall des Zuschlags am 27. September als OK-Chef des Turniers vorgesehen ist.

Die Veranstalter würdigen mit der Ehrung „Legende des Sports“ aber nicht allein das sportliche Lebenswerk herausragender Persönlichkeiten, sondern auch das karitative Engagement. Philipp Lahm hat 2007 die Philipp Lahm-Stiftung ins Leben gerufen, um benachteiligte Kinder und Jugendliche in Südafrika und Deutschland zu unterstützen. „Im Sommer 2007 bin ich nach Südafrika gereist, um mir ein Bild von dem Land zu machen, das die Weltmeisterschaft 2010 ausrichten würde“, erklärt Lahm, „in den Townships von Südafrika habe ich Kinder und Jugendliche gesehen, die ohne jegliche Hoffnung und in großer Armut aufwachsen. Diese Erfahrung war ausschlaggebend für meinen Wunsch, selbst zu helfen.“ In zahlreichen Projekten beschäftigen sich die Kinder nicht nur mit gesunder Lebensführung, sondern lernen viel über grundlegende soziale Werte wie Verantwortung, Fair-Play und Teamgeist.

Der Verein Frankfurter Sportpresse und der Verband Deutscher Sportjournalisten schätzen sich daher glücklich, den Ehrentitel „Legende des Sports“ an eine große Sportpersönlichkeit zu verleihen – an Philipp Lahm.

Text und Fotos: credits: metropress

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Michaela Etzel
Michaela Etzel https://www.jetset-media.de

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